Archiv für die Kategorie „Kleinstadtleben“

Schlimmer gehts immer

Ach was waren das noch für Zeiten, als “nur” unser Hausdrache nervte. Jetzt sind vor ein paar Wochen neue Mieter eingezogen. Das kleinere Übel ist der Lärm von Früh bis Spät, es wird gehämmert und gesägt an jedem Tag in der Woche. Viel Schlimmer ist  jedoch der Gestank, der sich seitdem im Haus ausbreitet. Die rauchen bei offener Tür in der Wohnung und im Hausflur und es stinkt so übel, dass wir vor unsere Tür ein Handtuch legen mussten, damit der Qualm nicht ständig in unsere Wohnung zieht. Und seit ein paar Tagen kommt ein penetranter Gestank nach Katzenpisse dazu, der, vermischt mit dem kaltem Rauch billiger Zigaretten, eine Geruchskulisse bildet, die einem Übelkeit und Kopfweh verursacht.
Martin war schon drauf und dran, runter zu gehen und sie zu bitten, mit dem Rauchen ein bisschen rücksichtsvoller zu sein, aber er kam unverrichteter Dinge wieder zurück, weil die so asozial aussahen, dass er sich gar nicht erst getraut hat, die anzusprechen.
Unsere Konsequenz aus der Sache: Da wir schon seit unserem Einzug immer wieder Ärger mit unserem Vermieter haben, hat dieser Tropfen nun das Fass zum Überlaufen gebracht und wir haben die Wohnung gekündigt.

Eine gute Seite hat das Ganze: Ich habe ein neues pfälzisches Wort gelernt: “Zores”, was das asoziale Pack wohl ganz gut beschreibt. Und das werde ich auch nicht mehr vergessen :)

Mein Foto in der Zeitung, aber …

Mannometer, bin ich enttäuscht. Ich habe für unseren Stadtverband eine Fotomontage angefertigt, auf der eine Statue, die ursprünglich am Bahnhof steht, auf den Marktplatz gerückt ist. Kein besonders schönes Bild, weil eigentlich nur funktional, aber immerhin meine Arbeit. Unser Stadtverbandsvorsitzender rief an und fragte, ob das Foto in die Zeitung kann. Meine Antwort natürlich: “Ja, wenn mein Name genannt wird.” Nicht weiter schlimm, meine ich. Der zuständige Reporter, der den Artikel verfassen wollte, gab allerdings zurück, dass so eine Namensnennung nicht üblich sei, es würde dann “Foto: privat” darunter stehen. Ich gab mich damit ab.
Heute ist der Artikel in der Zeitung erschienen. Und dann die Überraschung:

Bildunterschrift: (Die Staue) hat [Name unseres Stadtverbandsvorsitzenden] versuchsweise schon mal auf den Marktplatz gerückt.
Foto: [Name des Reporters]

Bin ich kleinlich?

Achso, da ich meine Quellen richtig benenne: Der Zeitungsausschnitt stammt aus der Allgemeinen Zeitung Bad Sobernheim vom 1.2.2010

Drachen schieben keinen Schnee

Diese Woche hatten wir wieder Hausdienst, welcher uns ein- bis zweimal am Tag Schneeräumen beschert hat. Zum Glück bin ich heute zu Hause und muss nicht arbeiten, denn gestern (für einen Großteil der Bevölkerung ebenfalls ein Arbeitstag)  hat unser Hausdrache demonstrativ heißes Wasser auf die Treppen geschüttet, wohl um uns zu zeigen, dass wir unserer Arbeit nicht ordnungsgemäß nachgekommen sind. Und, oh Schreck, wir haben schon wieder (!) das Streusalz leer gemacht! Aber über dieses Verhalten unsererseits hat sie ja bereits ausgiebig mit unseren Nachbarn geplaudert.

Eigentlich dachte ich, dass ich wenigstens am Sonntag mal ausschlafen kann, aber heute Nacht hat es – wen wundert es noch – geschneit. Also bin ich mit Angelina um 7.30 Uhr raus. Martin wollten wir ausnahmsweise mal ausschlafen lassen, der hat die ganze Woche morgens Schnee gefegt und muss heute auch noch arbeiten. Ich wette, nein, das muss ich nicht, es ist eine Tatsache, dass der Drache dieses verspätete Schneefegen zur Kenntnis genommen hat und wieder neuen Gesprächsstoff für unsere Nachbarn hat.

Wenn die Frau uns nicht hätte, wie langweilig wäre ihr Leben! So kann sie immer, wenn sie hört, dass wir in unserer Wohnung verschwunden sind, bei den Nachbarn klingeln und sich über uns unterhalten.

Achso, es schneit natürlich wieder, wir werden heute also noch mindestens einmal raus müssen, damit die arme alte Frau sich nicht wieder mit heißem Wasser bemühen muss. Zum Glück hat sie erst in zwei Wochen wieder Dienst, bis dahin ist sicher der ganze Schnee weg.

Das Geschenk

Angelina war zu einem Geburtstag eingeladen und wir haben im hiesigen Buchladen ein paar Kleinigkeiten für ihre Freundin gekauft. Das Angebot der Verkäuferin, dass sie es als Geschenk einpacken könne, nahmen wir dankbar an, denn im Geschenke verpacken sind wir beide nicht so gut. Hätten wir allerdings vorher schon gewusst, was sie da macht, hätten wir dankend abgelehnt:

Ich habe die Geschenke dann doch noch zu Hause selbst verpackt, das konnte man ja niemandem zumuten …

Schon wieder so viel Schnee

Als ich heute nacht um 4 mal zum Klo musste, bin ich schlaftrunken und mit halb geschlossenen Augen zum Badezimmer getorkelt. Auf dem Weg zurück ins Bett war ich allerdings ganz schnell hellwach, als ich gesehen habe, dass unser Balkon schon wieder eingeschneit war. Ich bin ans Fenster gestürzt, um das Ausmaß des Schneefalls zu betrachten und anschließend leise fluchend wieder ins Bett gekrochen. Das hieß also heute morgen wieder Schnee schippen. Wir hatten ja vor 3 Wochen schon das Glück, jeden Tag zwei Mal räumen zu müssen. Unsere neuen Nachbarn waren in der Woche danach dran und hatten auch viel zu tun; nur unser penibler Hausdrache, der in der letzten Woche Dienst hatte, musste nicht ein einziges Mal raus, weil kein Schnee mehr lag! Wieviel unverschämtes Glück muss man denn haben? Und dann stellt sie sich noch hin und kritisiert die Arbeit.

Martin hat Angelina zur Schule gefahren, weil davon auszugehen war, dass auf unseren Berg kein Bus hochkommt und dann musste ich mich auch schon bald auf den Weg zur Arbeit machen. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch. Die Straßen waren noch nicht geräumt und es war arschglatt. Mit 30 km/h bin ich dann losgetuckert. Im nächsten Ort angekommen, klingelte mein Handy. Meine Chefin. “Gott sei Dank, dass ich sie erreiche! Ist alles okay bei Ihnen? Sind Sie schon losgefahren? Machen Sie sich bloß wieder auf den Heimweg, nicht, dass Ihnen etwas passiert!” Und so durfte ich wieder nach Hause fahren, worüber ich heilfroh war.

Wir haben uns später zu Fuß auf den Weg gemacht, weil ich natürlich noch fotografieren musste und dabei ein paar schöne Ansichten gefunden. Aber nochmal gehe ich heute nicht vor die Tür :)

Kommentare
  • daRONN: Aber das N97 hat doch so ein tolles...
  • Nicole: Das beruhigt mich :)
  • barbara: ich hätte genauso doof geguckt;-)
  • Nicole: Schon lustig, was dabei heraus kommt,...
  • Dany: Gut, dass es dir auch so geht wie...