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Handy-Wahn

Seit ich Handy-Besitzer bin, bin ich immer gern mit dem Trend gegangen und habe mich gefreut, wenn ich alle 2 Jahre ein neues Handy aussuchen konnte. Die Technik wurde ja auch immer besser. Von den anfänglichen Knochen, die man sich nur leisten konnte, wenn man zuviel Geld hatte, entwickelten sich die Geräte zu coolen Smartphones, die irgendwie jeden begeistern.

Auch mich.

Die letzte Vertragsverlängerung brachte endlich das heißbegehrte Touch-Screen-Handy, auf das ich schon länger einen Blick geworfen hatte.

Alles war so cool! Mit ner richtig echten Mini-Tastatur und dieser coole Touch-Screen! Doch nach nicht mal 3 Monaten nervte mich das Ding nur noch. Mit der Mini-Tastatur bin ich überhaupt nicht zurecht gekommen, weil die Tasten so klein sind, dass ich ständig mindestens 2 gleichzeitig gedrückt hab, also hab ich nur noch das Display benutzt, um SMS und Kalender- oder sonstige Einträge zu schreiben. So 100-prozentig reagiert hat das Display aber auch nicht auf Berührung, manchmal musste man dreimal drücken, um einen Buchstaben zu schreiben. Außerdem fehlte mir irgendwie das Gefühl, auf Tasten herumzudrücken. Und ganz ehrlich … wozu brauch ich ein Handy mit ner 5-Megapixel-Kamera? Handy-Aufnahmen bei schlechtem Licht sind ohnehin schei….. und außerdem habe ich eine Spiegelreflex. Mittlerweile gibt es ja schon Handys mit einer 8-Megapixel-Kamera, habe ich gehört. Wozu? Quatsch, alles Quatsch!

Und dann die ganzen “Apps”! Wozu braucht man die? Apps fürs Wetter, Apps zum Abnehmen, Apps für Online-Auktionen, Apps für Yoga, Apps, um den Weg zum Klo zu finden. So ein Schrott! Internet auf dem kleinen Bildschirm ist eine Katastrophe! Man scrollt sich die Finger wund (wenn das Touch-Screen richtig reagiert) und so internetsüchtig, dass ich nicht bis zu Hause warten kann, wo ich bequem und übersichtlich am Computer sitzen kann, bin ich zum Glück noch nicht.

Naja, jedenfalls ist mir der Spaß am coolen, neuen Handy ganz schnell wieder vergangen und wir haben es schleunigst verkauft. Und nun habe ich wieder ein schönes Tasten-Handy. Ohne Touch-Screen, ohne Apps, mit einer für ein Handy völlig ausreichenden 2-Megapixel-Kamera. Meine Termine schreibe ich wieder in einen Kalender, der wesentlich übersichtlicher ist und bei dem man die Daten nicht versehentlich löschen kann. Und ich bin so richtig zufrieden :)

Kalter Kaffee

Eine weitere spracherzieherische Exkursion ereignete sich folgendermaßen:

Meine Schwägerin hat sich kaputt gelacht (was bei meinen oft auftretenden verständnislosen Blicken und Nachfragen nicht selten vorkommt), als wir in einer Gasstätte waren und sie sich mit ihrem Freund zusammen “Kalten Kaffe” bestellt hat. Mein Gesicht war ein einziges Fragezeichen und die Kellnerin sagte auch noch, dass gerade welcher kalt geworden sei, dann müssten sie nicht so lang warten. Meine Schwägerin und ihr Freund haben sich total darüber gefreut und noch ein bisschen über den Umstand gesprochen, den “Kalter Kaffee” so bereiten kann.
Als wir wieder ungestört am Tisch saßen, guckte ich sie mit krauser Stirn lange an.

Hä?

war erstmal alles, was ich hervorbrachte. Die Gedanken kreisten nur so in meinem Kopf. Warum in aller Welt bestellt man sich in einer Gaststätte kalten Kaffee? Den können sie von mir tonnenweise kostenlos haben, wenn ich die Reste vom Frühstück noch nicht weggeschüttet habe. Inklusive altem Kaffeesatz! Aber in einer Gaststätte! Das ist ja so, als wenn ich mir das Essen bestellen würde, was der Gast am Nebentisch nicht geschafft hat!

Äh … Steff … habt ihr euch jetzt echt kalten Kaffee bestellt? Warum denn keinen heißen, der wird doch eh von allein kalt …???

Noch im selben Moment, als ich die Frage stellte, wünschte ich mir, einfach den Mund gehalten zu haben, denn ein riesiges Gelächter brach aus.

Kennst du keinen “Kalten Kaffee”?

war die Frage.

Klar kenne ich kalten Kaffee, aber erstens schmeckt der nicht besonders gut und zweitens würde ich mir sowas nicht in einer Gaststätte bestellen! Das ist doch …. alt!

versuchte ich zu erklären.
Steff lief schon ganz rot an vor lauter Lachen und ich saß da wie die Kuh vorm Scheunentor und wurde immer verwirrter. Als sie sich wieder halbwegs beruhigt hatte, erklärte sie mir holprig, dass “Kalter Kaffee” nur ein umgangssprachlicher Begriff für ein Spezi sei, also Cola mit Orangenlimo.
Na wunderbar! Ich hatte mich also mal wieder völlig zum Deppen gemacht! Wieder was dazu gelernt.

Allerdings befürchte ich bei meinem Talent, dass ich, wenn ich in einer Gaststätte einen “Kalten Kaffee” bestellen würde, auch tatsächlich einen solchen bekäme!

Maibowle

Irgendwie kommt jetzt langsam wieder der Wunsch nach Sonne und Wärme durch. Ich freu mich schon seit Tagen auf den Mai, wenn es wieder Maibowle gibt und ich – vorausgesetzt Baby kommt pünktlich – ein Glas trinken kann.
Und als ich so von der Maibowle träumte, fiel mir der Tag ein, als ich hier zum ersten Mal “richtige”, also frische, selbstgemachte, Maibowle getrunken habe. Denn bis dato kannte ich nur die grünen Flaschen, die es immer in Berlin gab.
(Wer mich kennt, weiß, dass ich als ehemalige Berlinerin und Ossi zeitweise etwas vom anderen Stern bin, weil hier viele Dinge ein bisschen anders funktionieren.)
Ich saß also mit Martin bei schönstem Maiwetter in einem Café auf dem Marktplatz und bestellte mir ein Glas Maibowle, was auch nicht lang auf sich warten ließ. Ich nahm das Glas in die Hand und …

Äh, Schatz, ich glaub, die haben mir ein dreckiges Glas gegeben, da schwimmt was drin.

Martin guckte mich an, als hätte ich ihm gerade auf Suaheli erklärt, dass er der Sohn einer eingelegten Gurke sei.

Äh, du hast dir doch Maibowle bestellt. Das ist Waldmeister, was da im Glas ist. Die machen die Bowle hier selbst, da kann es schonmal vorkommen, dass ein bisschen Waldmeister im Glas landet.

Ich war total platt, weil ich sowas nicht kannte. Selbstgemachte Maibowle! Ein ähnliches Erlebnis hatte ich, als ich Martin voller Freude erzählte, dass unser hiesiger Supermarkt wieder Federweißer verkaufte. Der gleiche perplexe Gesichtsausdruck mit anschließender, kopfschüttelnder Fahrt zum Winzer.

Aber so kennt man mich inzwischen :)

Schlimmer gehts immer

Ach was waren das noch für Zeiten, als “nur” unser Hausdrache nervte. Jetzt sind vor ein paar Wochen neue Mieter eingezogen. Das kleinere Übel ist der Lärm von Früh bis Spät, es wird gehämmert und gesägt an jedem Tag in der Woche. Viel Schlimmer ist  jedoch der Gestank, der sich seitdem im Haus ausbreitet. Die rauchen bei offener Tür in der Wohnung und im Hausflur und es stinkt so übel, dass wir vor unsere Tür ein Handtuch legen mussten, damit der Qualm nicht ständig in unsere Wohnung zieht. Und seit ein paar Tagen kommt ein penetranter Gestank nach Katzenpisse dazu, der, vermischt mit dem kaltem Rauch billiger Zigaretten, eine Geruchskulisse bildet, die einem Übelkeit und Kopfweh verursacht.
Martin war schon drauf und dran, runter zu gehen und sie zu bitten, mit dem Rauchen ein bisschen rücksichtsvoller zu sein, aber er kam unverrichteter Dinge wieder zurück, weil die so asozial aussahen, dass er sich gar nicht erst getraut hat, die anzusprechen.
Unsere Konsequenz aus der Sache: Da wir schon seit unserem Einzug immer wieder Ärger mit unserem Vermieter haben, hat dieser Tropfen nun das Fass zum Überlaufen gebracht und wir haben die Wohnung gekündigt.

Eine gute Seite hat das Ganze: Ich habe ein neues pfälzisches Wort gelernt: “Zores”, was das asoziale Pack wohl ganz gut beschreibt. Und das werde ich auch nicht mehr vergessen :)

Die Sparschäler-Verschwörung

Irgendwo da draußen, versteckt im Untergrund oder auf einer geheimen Insel, die in keiner Karte verzeichnet ist, existiert die Sparschäler-Mafia. Alle Sparschäler werden dort für nur eine Aufgabe in einem harten Training ausgebildet: Sie kommen zu uns, unschuldig verpackt in Papier oder Plastik, erfüllen ein paar Wochen treu ihren Dienst, so dass wir ihnen voll und ganz vertrauen und dann, wenn wir nicht damit rechnen, machen sie sich wieder klammheimlich aus dem Staub und wir stehen da und müssen die Kartoffeln mit dem Messer schälen.

(Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich so verpeilt bin und jetzt schon zum 10. Mal den Sparschäler ins Zeitungspapier mit den Kartoffelschalen eingewickelt und alles zusammen weggeworfen habe. Wirklich nicht!)

Und dann gibt es noch die geheime Küchenmesser-Mafia. Die Messer werden darauf trainiert, nur Butter schneiden zu können. In Kooperation mit der Sparschäler-Mafia ist das ne ganz gemeine Sache, dann muss man nämlich Nudeln kochen!

Kommentare
  • daRONN: Aber das N97 hat doch so ein tolles...
  • Nicole: Das beruhigt mich :)
  • barbara: ich hätte genauso doof geguckt;-)
  • Nicole: Schon lustig, was dabei heraus kommt,...
  • Dany: Gut, dass es dir auch so geht wie...