Gastro-Blog

Der Mensch ist, was er ißt.

Sep
08

Fett-näpfchen

Posted by Martin under :: der Gast ::, :: die Kollegen ::

Der Sekt steht schon auf meinem Tablett und ich bin gerade dabei einen zusätzlichen Kir Royal zuzubereiten um damit zu meinen Gästen zu gehen, als meine Kollegin an die Getränketheke kommt und zu mir und allen umstehen Mitarbeitern sagt: »Oh man, ihr könnt Euch nicht vorstellen was ich gerade durchgemacht habe. Ich hatte wirklich Panik. Eine Dame winkte mich an ihren Tisch und fragte spitz, wie ich drauf käme, dass sie schwanger sei, weil ich das Fleisch immer durchgebraten serviere. Ich bekam totale Panik, weil ich dachte “Oh mein Gott, die ist garnicht schwanger, die ist einfach nur fett, wie kann ich mich da noch mal rausreden?!”. Ich stand 5 Sekunden verlegen da und sagte dann, “Na, weil Sie gestern keinen Alkohol tranken und den Rohmilchkäse ausließen”. Die Frau guckte mich an und lächelte auf einmal. “Vielen Dank, ich bin wirklich schwanger, sehr aufmerksam von Ihnen!”. Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen!«

Kenn ich nur zu gut, aber Lob an die Kollegin, die sich fein gerettet hat. Bewundert,

Martin

Aug
31

Fast Essen

Posted by Martin under :: Allgemein ::

Kürzlich hatte ich ein Gespräch in dem es irgendwann um Fastfood ging. Wir kamen drauf, dass wohl die meisten moderneren Menschen, die Fastfood nicht abgeneigt sind in jedem Laden ihre Standardbestellung haben. Meine sieht so aus:

McDoof:
»Ein TS Maxi Menü mit Pommes und Cola ohne Eis. Ketchup zu den Pommes und ‘n Chesseburger extra.«

WürgerKing:
»Ein Big King XXL Menü, ohne Bacon aber mit Käse, dazu Pommes mit Ketchup und Cola ohne Eis. Einmal Chili Cheese Nuggets dazu.«

Sub:
»Ein Footlong Parmesan Oregano mit Turkey, Ham und Roastbeef, mit allem außer Jalapenos und Paprika, dazu Sweet Onion Sauce.«

Kentucky Schreit F***en:
»Danke, für mich nichts … ich bin nur dabei.«

Wer da isst, ist selbst Schuld! Konstatiert,

Martin

Aug
26

Exotische Phantasien

Posted by Martin under :: die Kollegen ::

Einer der schönsten Versprecher von Kollegen ereignete sich in der Ausbildung beim Hotel Schüttelkopf. Das Dessert wurde aufgetragen und war von der Michelin-gekrönten Küche mit allerlei Exotischem verziert. Die ungeübten Gäste waren auf die Hilfe der Auszubildenden angewiesen und so wurde neben dem üblichen “Ansagen” (»Sooo, kommen wir nun zum süßen Finale … hier haben wir eine gebackene Mini-Ananas auf Papayaragout …«) auch manches vom Gast zwischengefragt. Die Kollegen gaben alles: »Das ist eine Drachenfrucht«, »Dies macht man aus Zuckerfäden« oder »Mit einem ganz normalen Sahnebläser« war überall zu hören.

Jeder kennt nun diese Momente in denen es plötzlich und unerwartet in einem Restaurant ganz still wird, weil durch Zufall alle Gespräche eine kleine Pause haben. Oft wird einem die zweifelhafte Ehre zuteil, den längsten letzten Satz zu sprechen, sodass die letzten Worte eben dieses Satzes gut hörbar für alle anderen - die ja eine Pause machen - durch das Gewölbe hallen.

Ein Gast spielte ungewollt diese Rolle und so hörte man den Satzrest »…diese Frucht, sieht ja lustig aus?«. Da nun aber nahezu jeder im Raum den Fragerest hörte und das wohl halbwegs interessant fand, blieb es gespenstisch ruhig. Die Kollegin, die gefragt wurde errötete leicht, fasste sich aber sofort, erinnerte sich an die Physalis und sagte selbstbewusst: »Das, mein Herr, ist eine Syphillis!«

Wäre die Dame eine Studentin im Schlepptau eines Urologie-Chefarztes auf Visite hätte ihr diese Feststellung eventuell ein Lob eingebracht. Glaubt …

Martin

Aug
25

Deutsch-Gastro; Gastro-Deutsch

Posted by Martin under :: Allgemein ::

So vielfältig die Speisen und Getränke der interantionalen Gastronomie sind, so falsch werden sie auch ausgesprochen. Hier meine Hitlist, der besten Food&Beverage-Namen:

Platz 5:
Advokado
eigentlich: Avokado (jeder Advokat wäre beleidigt)

Platz 4:
Barickwe
eigentlich: Barrique (sprich: Barick)

Platz 3:
Expresso
eigentlich: Espresso (der Kleine hat nichts mit Express zu tun)

Platz 2:
Latte Matschiado
eigentlich: Latte Macchiato (sprich: Latte Mackiato)

Platz 1 - der peinlichste Versprecher:
Gnotschi
eigentlich: Gnocchi (sprich: Njocki)

Vielleicht einfach “Jägerschnitzel” bestellen!
Bong Abbetieh! Wünscht …

Martin

Aug
24

McVersprecher

Posted by Martin under :: Allgemein ::

Heute waren die beste Freundin der Welt und ich mal wieder beim gelben M essen. Die Bestellung: zwei Cheeseburger, einmal Käsebällchen, ein Fruit’n'Joghurt und ‘ne kleine Cola ohne Eis. Alles passiert systemgastronomisch genau und läuft wie immer. Bis die Kassiererin sagt: »So hier ist Ihre Bestellung, die Cola können Sie sich selbst zapfen, dort sind dann auch Servietten- und Strohhelme!«

Strohhelme? Achso … Strohhälme? Strohhalme meint die Gute!

Schade eigentlich, denn in Gedanken sah ich mich schon als tapferer Ritter mit Plastikschwert und Strohhelm vom Gelände reiten. Irgendwie sieht deren Logo ja auch aus wie ein Strohhelm, oder? Fragt sich …

Martin

Aug
14

Wieder da!

Posted by Martin under :: Kulinarisch ::

So, nach einer langen Pause durch Arbeitswirren, Urlaub und andere Annehmlichkeiten melde ich mich nun zurück und gebe Euch gleich einen kleinen Einblick in meine kulinarischen Versuche des Urlaubs. Ich habe die Ur-Currywurst getestet und für absolut hervorragend befunden. Wurst ohne Darm, 1a Currysauce, grandiose Pommes. Wer das auch erleben möchte sollte “Konnopke’s Imbiß” in der Schönhauser Allee, Berlin einen Besuch abstatten. Hier ist das Beweisbild …

Mai
21

“Mein Hotel” - ohne Worte

Posted by Martin under :: Allgemein ::

treppe

Mai
11

Hummer und Kernspaltung

Posted by Martin under :: die Kollegen ::

Bekanntlich sind Lehrjahre keine Herrenjahren und es gibt wohl auch keine Berufswahl, die es einem erspart, von den Ausbildern schön aufs Kreuz genommen zu werden. So ist es natürlich auch in der Gastronomie.

Der absolute Klassiker hierbei ist wohl der Auftrag, aus dem Keller die Kümmelkern-Spaltmaschine zu holen. Das Äquivalent aus der Baubranche wäre hier z.B. der Siemens-Lufthaken oder im IT-Bereich das W-Lan-Kabel.

Das allerschönste was ich bisher in diesem Zusammenhang erleben durfte, trug sich seinerzeit im Hotel Schüttelkopf zu. Ein lebendiger Hummer sollte in den Topf, was eine der Auszubildenden nicht tierfreundlich fand und anmerkte, dass der kleine Hummer noch nichts von der Welt gesehen habe und nun schon bei lebendigem Leibe kochen solle. Der Sous-Chef hatte die beste Idee und teilte der Azubiene folgendes mit: »Klar, Du hast vollkommen recht. Ein Hummer muss vor dem Kochen sowieso noch ein bisschen laufen, denn durch die Blutzirkulation schmeckt er dann auch besser!« Also banden die Köche dem Hummer ein Halsband aus Paketschnur.

Für Gäste und Mitarbeiter bot sich der grandiose Anblick einer jungen Dame, die einen Hummer durch den Park spazieren führte und immer ein leises »Komm, Hummer, komm« hören ließ!

Heute war ein ganz normaler Tag bei der Arbeit.

Die Gäste kamen zum Frühstück und beschwerten sich über alles mögliche im Haus. »Hat der die Sterne im Lotto gewonnen??« oder » Hat der den Golfplatz vom Bauern gekauft und unverändert gelassen?« waren meine Favoriten. Ein Gast bemängelte, dass seine Toilette die ganze Nacht gelaufen sei und ihn somit um den Schlaf brachte. Ich dachte mir nur: Ersetze “Toilette” durch das Wort “Party der Gäste” und ersetze “Schlaf”durch “Freizeit” und … willkommen in meiner Welt!”

Jedenfalls beschwerte sich der Gast am späten Nachmittag erneut, dass seine Toilette immer noch nicht repariert sei und er, wenn dieses Problem in 30 Minuten nicht behoben sei abreisen und das Abendessen auslassen würde. Da kann ich ja nur gewinnen.

30 Minuten später fegt der Gast durchs Restaurant und murmelt wütend vor sich hin. Ich kann nur “Saftladen” und “…sieht mich nie wieder” raushören und grinse in mich rein. War klar, dass dieses Zeitfenster für unsere Haustechnik nicht ausreichend ist … 30 Min, hihi … selbst die Frist von zwei Wochen wäre knapp geworden.

Seine Kollegen überreden den Herren doch noch zum Essen zu bleiben, was dieser dann auch endlich annimmt. Während besagten Abendessens kommt mein Direktor/Inhaber/Chef zu mir und bittet mich dem betreffenden Gast auszurichten, dass die Toilette nun provisorisch repariert sei und er, falls dieses Problem widererwarten erneut auftreten sollte einfach … einen kräftigen Schlag auf den Spülkasten ausführen solle …

Scham ist kein Ausdruck für das was ich empfand, als ich die Botschaft überbrachte. =)

Mai
08

SPA - Sinnfreies Produkt-Angebot

Posted by Martin under :: Allgemein ::

In dem Hotel, in dem ich arbeite gibt es  jeden Morgen eine “Hotelzeitung”. Diese erscheint auf einem einseitig bedruckten DIN A4 Blatt in kleiner Auflage. Die Morgenzeitung enthält natürlich Informationen zum Wetter. Die Tipps zum Tagesprogramm des Hotels schwanken zwischen fünf Angeboten am einen Tag und »15:00 hausgebackener Kuchen im Restaurant« als einziger “Tipp” an anderen Tagen. Außerdem kann man erfahren welche Menüs den Hausgästen mittags und abends zur Verfügung stehen und welchen Wein wir dazu empfehlen. Schön und gut, soweit!
Nun steht in dieser Zeitung allerdings jeweils noch ein Anwendungstipp - es gibt Kleopatra-Bäder, Champagnerbäder (ich weiß, dass es nur Prosecco ist!) und andere sinnvolle oder -freie Dienstleistungen. Das zweitblödeste ist die (offizielle Prospektbeschreibung…)

“Golfbehandlung” - wir dehnen uns unter Zuhilfenahme eines Golfschlägers, danach werden sie mit frischen Gras eingerieben und mit einem Golfball massiert … naja! Wenn man sonst schon alles kennt vielleicht ganz lustig für 69,- €!

Jetzt kommen wir zu meinem absoluten Favoriten:

“Cappuccino-Bad” - sie gleiten durch Milchschaum in eine heiße Kaffebadewanne; wollten Sie sich schon immer einmal fühlen wie ein Keks im Cappuccino?

Soll ein normaler Mensch wirklich ehrlich auf diese Frage antworten? Soll er? -Nein!