Berlinbesuch
Anfang Juli fuhr ich mit Angelina zu meinen Eltern nach Berlin. Wir fühlten uns dort so richtig wohl. Wir hielten uns größtenteils im Garten auf, der zu dieser Jahreszeit am schönsten ist, weil man an allen Ecken und Enden naschen kann. Nur einmal fuhr ich mit Angelina in die „City“, weil ich ihr einen Besuch des Fernsehturms versprochen hatte. Wir hatten Glück und brauchten nicht lange anstehen (denn das Wetter war nicht besonders schön), doch der Eintrittspreis war happig. Als wir die Aussichtsplattform erreichten, schaute Angelina nur kurz und eher gelangweil aus dem Fenster, denn der Stand mit den Süßigkeiten war natürlich viel interessanter. Na ja, die Aussicht war wegen der Großwetterlage eh nicht so toll. Wieder unten schlenderten wir über den Alex. Doch “mein schöner” Alex sah immer noch wie eine Riesenbaustelle aus. Die Weltzeituhr war eingezäunt und vor den Straßenbahnen und Bettlern mußte man sich höllisch in acht nehmen. Und zu allem Überfluß erwischte uns ein kräftiger Regenschauer und wir flüchteten in den U-Bahnschacht. Wie lob ich mir den Garten meiner Eltern im beschaulichen Kaulsdorf-Süd.

Einkaufsbummel
Heute Nachmittag holten mich Nicole und Angelina zu einem entspannten Einkaufsbummel im Supermarkt ab. Angelinas erste Frage war die nach einem Kinder-Einkaufswagen. Ich gab ihr meinen Metall-Chip und den gut gemeinten Rat, mit dem Wagen vorsichtig zu sein, vernahm Angelina schon nicht mehr, da sie bereits um die nächste Ecke sauste. Ich hörte nur, wie sie laut sang: „Ich bin die Super-Angelina mit dem Super-Wagen!“ Natürlich blieb sie vor fast jedem Regal stehen, weil sie irgendeinen Schnulli unbedingt haben wollte. Als ich in den nächsten Gang kam, sah ich gerade, wie Angelinas Wagen fast umgekippt wäre. Sie konnte ihn gerade noch so halten und sah mich dabei ganz entsetzt an. Dann sah sie zu ihrer Mama hinüber, die das Fast-Malheur nicht bemerkt hatte, und wieder ein Blick zu mir, um abzuschätzen, ob ich der Mama was sagen würde. In meinem Hals gluckste bereits ein Lachen und ich ging ein Stück beiseite, weil ich mir das Lachen nicht mehr verkneifen konnte. Als wir in die Getränkeabteilung kamen, wollte Angelina nur mal schnell die Musikbox suchen, und schwups war sie auch schon verschwunden. Das blieb sie auch eine Weile. Wir hatten die Kleine kaum wieder gefunden, da stand sie vor Buntstiften und war nur mit Mühe wegzubringen. Ich war echt froh, als wir bezahlt hatten! Doch jetzt begann der Ärger erst! Ich wollte den Kinderwagen wegstellen, der nun von Angelina mit keinem Blick mehr gewürdigt wurde. Die Metall-Nippel von den normalen Wagen passten nicht und drinnen wollte man mir nur einen Plastik-Chip als Ersatz geben, aber den wollte ich nicht. Also verwies man mich noch mal nach draußen. Nicole und Angelina waren schon ins Auto eingestiegen und warteten nur noch auf mich. Doch ich, nun schon leicht angesäuert und völlig entnervt, sauste mit dem Kinderwagen an ihnen vorbei, hin zum nächsten Unterstand. Auch hier kein Nippel für meinen Kinderwagen. Dann kam ich auf den blöden Einfall, den Kleinen an einen großen Wagen zu hängen. Aber das brachte auch nichts – im Gegenteil, denn bei der Aktion schlug mir die doofe Real-Fahne gegen mein Ohr. Und weit und breit war auch kein anderer Kinderwagen in Sicht. Mit schmerz- und mittlerweile wutverzerrten Gesicht rauschte ich wieder an Nicole und Angelina vorbei, die sich im Auto vor lachen bogen. Ich wollte doch nur meinen Metall-Chip wiederhaben, den ich nun schon seit Jahren hüte. Das Rumgerenne brachte ja nichts und als ich wieder zum Auto kam, kam mir auch eine Idee. Welche? Das verrate ich nicht. Nur soviel: Der Wagen machte einen kleinen Ausflug und ich hatte meinen Chip wieder!
Der Lindenbaum
“Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum …” So heißt es im Volkslied. Unsere Linden stehen ganz prosaisch am Straßenrand und zurzeit in voller Blüte. Als wir heute daran vorbei gingen, machte mich Nicole auf das laute Summen aufmerksam. Als Stadtmensch ordnete ich dieses Geräusch anfangs in die Rubrik „leiser Elektromotor“ ein – doch weit gefehlt, denn es sind hunderte von Bienen, die sich an den Lindenblüten gütlich tun. Wäre es nicht toll, wenn ich demnächst ein Glas Lindenblütenhonig mit der Aufschrift “Strasse sowieso, Nr. sowieso” kaufen könnte?!
Liebeskrank
Angelina fragte mich heute, ob ich wüsste, was „liebeskrank“ ist. Mir fielen natürlich sofort viele Möglichkeiten ein, den Begriff zu umschreiben. Doch ich hielt mich absichtlich zurück, weil ich unbedingt Angelinas Erklärung hören wollte. Und die ging so: Omi, wenn du auf dem Gehweg läufst und dabei einen Liebesroman liest und dann hinfällst und dir weh tust, dann bist du liebenskrank!
Ein verhinderter Sonntagsausflug
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P.S.
Es gibt tatsächlich Engel und einer hat mir geholfen!! Vielen Dank! Es funktioniert!


