Kommunikation damals & heute
Damals &Heute
Thema 2: Kommunikation
“Hattet ihr oder eure Eltern/Großeltern damals ein Telefon? Wozu nutzt ihr heute hauptsächlich das Telefon (private Gespräche und/oder Behördenkram)? Habt ihr ein Handy und wenn ja, was muss es können? Erinnert ihr euch an Telefonstreiche? Hattet ihr früher Brieffreunde, habt ihr viel geschrieben? Schreibt ihr auch heute gerne Briefe? Und wenn ja, dann per Hand oder am PC, oder kommt es auf den Anlass an?”
Eigentlich kann man sich heute doch kaum noch eine Zeit ohne Handy, Internet und so vorstellen. Oder?
Obwohl die große Masse der DDR-Bevölkerung damals kein Telefon hatte, gab es diese typischen Kinderfotos aus dem Fotostudio, auf denen die lieben Kleinen einen Telefonhörer in der Hand hielten. Mein Bruder und mein Schatz wurden auch so in Szene gesetzt und abgelichtet. Von mir
gibt es ein privates Foto, auf dem ich “telefoniere”, aber mein Hallo fand keine Antwort, da das Telefon mausetot war. Und natürlich machte ich mir als Kind auch keine Gedanken darüber, dass die Eltern meiner Freundin ein funktionierendes Telefon hatten. Es eignete sich jedenfalls wundervoll dazu, Leute zu veräppeln.
Verabredungen trafen wir mündlich und hielten uns genau an die Uhrzeiten. Zum Beispiel: “Samstag 15:00 Uhr an der Weltzeituhr!” Vielleicht ist das die Ursache meiner Überpünktlichkeit.
Ansonsten wurden Briefe, Karten und in dringenden Fällen Telegramme geschrieben. Wobei ein Telegramm immer einen faden Beigeschmack hatte, denn meistens waren es negative Mitteilungen.
Ich hatte ab der 5. Klasse natürlich auch eine russische Brieffreundin. Wir schrieben beide unsere
Briefe in Russisch und ich hatte die Arbeit mit dem Übersetzen. Hinzu kam, dass ich auf eine Antwort immer eine halbe Ewigkeit warten musste. Da verlor ich irgendwann das Interesse und ließ den Kontakt einschlafen.
Während der Armeezeit schrieben mein Schatz und ich uns regelmäßig. Diese Briefe und andere private Post habe ich schon immer aufgehoben. Es sind ja nicht nur Erinnerungen, sondern auch Zeitzeugen.
Kurz vor der Wende bekamen wir auch ein Telefon. Das war schon sehr aufregend. Anfangs stellte ich mich beim telefonieren ganz schön doof an, denn das muss man auch erst mal lernen. Aber meine Eltern konnte ich immer noch nicht anrufen, da sie ihre telefonische Grundversorgung erst nach der Wende bekamen.
Heute telefoniere ich ganz gerne, denn das gesprochene Wort und die direkte Antwort finde ich besser, als jede E-Mail. Neben meinem Festnetzanschluß habe ich auch das obligatorische Handy. (Man möchte ja immer erreichbar sein!
) An mein Handy stelle ich ganz einfache Anforderungen: man soll mit ihm telefonieren können. Mehr brauche ich nicht und mein Handy ist bestimmt schon eingeschnappt, weil es mir nicht zeigen darf, was es sonst noch alles kann.


