Heute vor 25 Jahren
wurde ich zum zweiten Mal geboren.
Wie alles begann:
Mittwoch – 07.09.1983
Angefangen hat alles mit sehr starken Kopfschmerzen. Ich in den Wochen davor öfter unter Kopfschmerzen, aber diesmal war es irgendwie anders. Burkhard musste mich von der Arbeit abholen, weil es einfach nicht mehr ging. Zu Hause nahm ich eine Tablette und legte mich hin. Irgendwann in der Nacht erwachte ich von einer erneuten Kopfschmerzattacke. Ich bat meinen Mann Hilfe zu holen, weil ich es nicht mehr aushielt.
Zu DDR-Zeiten gestaltete sich das ein bisschen schwieriger, da ja kaum jemand ein Telefon hatte. Burkhard lief zur nächsten Telefonzelle (die zum Glück intakt war) und rief eine Notfallnummer an. Der Notarzt sollte bald kommen.
Auf das „bald kommen“ warteten wir geschlagene zwei Stunden. Zwei Ärzte betraten das Schlafzimmer und ich bat Burkhard, das Licht einzuschalten. Das kurzzeitige Schweigen nahm ich gar nicht wahr. Ich wollte doch nur, dass man mir hilft. Was ich nicht wusste: Burkhard hatte den Kronleuchter längst angemacht, doch mich umgab völlige Dunkelheit. Die beiden „Retter“ gaben mir zwei Faustan und zogen wieder ab.
Donnerstag – 08.09.1983
Am nächsten Morgen hatte ich keine Schmerzen, fühlte mich aber wie betäubt und irgendwie betrunken – und ich war blind.
Burkhard holte meine Mutti und zusammen fuhren wir zum Kaulsdorfer Krankenhaus. Dort schickte man mich wieder weg. Das nächste Krankenhaus befand sich in Lichtenberg. Aber auch dort nahm man sich meiner nicht an, verwies uns aber an die Augenärzte im Krankenhaus Friedrichshain.
Die Fahrt dorthin bekam ich gar nicht mehr mit. Burkhard erzählte mir später, dass er in der Augenabteilung richtig Rabatz machte. Eine Augenärztin kam daraufhin aus ihrem Sprechzimmer und sah auf den ersten Blick, dass meine Blindheit nichts mit den Augen zu tun hatte. Sie ließ alles stehen und liegen und brachte mich in die Neurologie.
In der Nacht von Donnerstag zu Freitag wurde ich in die Charité verlegt.
Freitag – 09.09.1983
In einer 7-stündigen Operation entfernte Prof. Dr. Siegfried Vogel ein Hypophysenadenom (gutartiger Hirntumor) aus meinem Kopf. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich heute diese Zeilen schreiben kann und mir ein Sehrest zurückgegeben wurde, der für den Hausgebrauch und meine Bücher vollkommen reicht.
Ein paar Tage nach der OP betrat ein Mann mein Krankenzimmer und fragte mich: „Wissen Sie, wer ich bin?“ Ich hatte den Mann nie zuvor gesehen aber ich spürte intuitiv, dass es Prof. Dr. Vogel war, mein Operateur und ich bedankte mich bei ihm.
Das alles liegt nun 25 Jahre zurück. Mir geht es gut und ich denke auch heute noch in Dankbarkeit an “meinen” Professor.



…ich weiß wie das ist. Ich?wir verdanken diesem Genie von einem Artz – Prof. Vogel – viereinhalb Jahre mit unserer Tochter. Ohne ihn hätten wir sie im 6.LM an einem Ependinom verloren und er schenkte uns immer wieder Zeit mit Ihr. Andere Ärtze in Deutschland hatten für Kimi nur den Satz laßt sie in ruhe sterben… Es schaft Op´s die andere sich nicht mal ansehen… Ich wünsche ihnen genießen sie das Leben das er ihnen geschenkt hat.
Hey Elke, ich gratuliere auch dir zum 2. geburtstag, jetzt biste ja genauso alt wie ich! Ich hab richtig Gänsehaut gekriegt, ich glaube, dass Nicole und ich uns mal drüber unterhalten haben, aber genaures wusste ich nicht mehr.
Ich denk an dich und füh dlch gedrückt von mir!
Deine Dani
P.S. Dr, Hosue guck ich auch gerade
Oh mein Gott… was für eine Geschichte… die GsD gut ausgegangen ist. Aber über Ärzte kann man manchmal echt nur den Kopf schütteln *tststs* das ist leider teilweise heute auch noch so.
Alles alles Gute von mir noch mal
Lieben Gruss, Marlen
Vielen Dank euch allen für eure Anteilnahme und die lieben Worte.
Dieser Tag war so richtig nach meinem Geschmack
Es gab Kaffee und Kuchen, wir gingen nochmal baden und vor kurzem kam ich von einem abendlichen Spaziergang heim.
Und jetzt schau ich mir Dr. House an
puh, das ist starker Tobak – so von jetzt auf gleich…
Wie gut, dass dann Dr. Vogel zur Stelle war!!
Gönn dir zur Feier des Tages was Gutes
Na dann herzlichen Glückwunsch! Glücklicherweise ist da ja alles gut gegangen.
Sowas “ähnliches” ist mir als kleiner Bubb im Alter von 6 Jahren auch wiederfahren. Ich lag schon den ganzen Tag mit 40°C Fieber im Bett, als meine Mutter Abends den Hausarzt zu uns rief der auch sofort vorbeikam (hier unterscheidet sich unsere Geschichte ja schon erheblich).
Nach einigen Untersuchungen vermutete er eine Hirnhautentzündung und schickte uns sofort ins nächste Krankenhaus. Als er sich umdrehte und ich so im Dilirium auf der Schulter meiner Mutter lag, habe ich dann wohl “Tschüss Onkel Doktor ***” gesagt. Unser Hausarzt wurde ganz bleich und bat um einen Schnaps. Seine Diagnose auf Hirnhautentzündung hatte sich mit diesem kleinen Satz erledigt – Gefahr anscheinend gebannt. Wieso ich damals in diesem erbärmlichen Zustand war, konnte nicht mehr herausgefunden werden. Glücklich bin aber auch ich, dass es damals nicht so ernst war.
Liebe Elke,was für ein Glück, dass du dann noch zu diesen Prof. Dr. Vogel gekommen bist. Ich gratuliere dir von ganzem Herzen.
LG
Heike
Auch von mir herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.
Ein Wahnsinn, was dir da widerfahren ist. Und wunderbar, dass es letztendlich doch so gut ausgegangen ist.
*schluck* … ich habe ja die Befürchtung, daß kam nicht nur in der ehemaligen DDR vor… aber typisch, daß plötzlich keiner der Ärzte mehr auffindbar war!
Ich gratuliere jedenfalls herzlichst zum Jubiläum!
Oh man Elke, das ist ja echt eine schlimme Geschichte, ich gratuliere Dir zu Deinem sozusagen 2. Geburtstag!!!!!!!!!!!!
Schön, das am Ende jemand geholfen hat!
ich habe auch so einen 2. Geburtstag, es ist der 04. Januar.
Welch eine Horror-Geschichte
zum Glück mit gutem Ausgang!
Ich habe auch schon einige dollen Krankenhaus-Geschichten erlebt aber deine ist dann doch eine Nummer größer
@Nadine: Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Wir haben später versucht, die Notärzte zur Verantwortung zu ziehen, die waren aber nicht mehr auffindbar.
Und trotz alledem ist es ja noch ganz gut ausgegangen.
Ich kann deine Dankbarkeit nachvollziehen… mein Sohn ist im Jahr 2000 auch an einem mandarinengroßen gutartigen Hirntumor operiert worden, der zufällig entdeckt wurde, da war er 19
Er hat keinerlei bleibende Schäden zurückbehalten
Oh Mein Gott. Was für eine Geschichte… Manche Ärzte sind echt richtig blöd! Wirklich, wenn ich sowas lese, kommt mir die Galle hoch. Wie kann man nur jemanden, der nichts mehr sieht weg schicken?! Sowas darf eigentlich nicht passieren.