13 Januar, 2010 | Abgelegt in:
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Damals & Heute
Thema 3: Radio – Fernsehen – Kino
Ich bin ja doof, ich hätte bei der Themenwahl gleich das Kino von Radio und Fernsehen trennen können. Aber nun ist es zu spät.
Hier nun der 2. Teil: Kino
Das Kino meiner Kindheit war das “Volkshaus” in Berlin-Lichtenberg. Dort habe ich in Gesellschaft meiner Buddelkastenbande viele Filmabenteuer erlebt.
1973 redete jedervon dem Film “Erinnerungen an die Zukunft” von Erich von Däniken. Natürlich musste ich den auch sehen, um mitreden zu können. Im Volkshaus wurde er nicht mehr gezeigt, also fuhr ich mit meinen Freunden zum Kino Astra am Sterndamm. In dem Film stellte Erich von Däniken die Behauptung auf, das schon vor Jahrtausenden Astronauten von fremden Planeten auf der Erde gelandet seien und Spuren ihrer Kultur hinterlassen hätten. Wir sahen die Bilder von den Pisten auf der Ebene von Nazca und erfuhren von den Merkwürdigkeiten der Landkarten des Piri Reis und vieles mehr. Der Film war eine Sensation. Auf dem Rückweg diskutierten wir die vielen Behauptungen Dänikens. Einige von uns wollten sich den Film am nächsten Tag noch mal ansehen.
Zu Hause erzählte ich meinen Eltern von dem Film. Meine Mutti erklärte sich sofort bereit, am Sonnabend darauf mit mir ins Kino zu gehen. Wir fuhren ohne meinen Vati, der an diesem Tag leider keine Zeit hatte, zum Kino Astra. Sie war von dem Film genauso gefesselt wie ich und wollte sich den Film noch mal mit meinem Vati ansehen. Mittlerweile war schon meine ganze Klasse in dem Streifen. Überall besprach man die Theorien des Erich von Däniken. Meine Eltern fuhren gleich am nächsten Abend nach Johannisthal. Doch der Film, der schon viel zu viel Staub aufgewirbelt hatte, stand nicht mehr auf dem Spielplan. Er war über Nacht in der Versenkung verschwunden. Das gab natürlich noch viel mehr Stoff zur Diskussion.
Meine tränenreichste Kinoerfahrung machte ich 1988 in einem kleinen Kino in Herzfelde. Dort sah ich mir mit Nicole den Film “E.T. Der Außerirdische”an. Irgendwann liefen uns beiden die Tränen in Sturzbächen herunter und wir schluchszen vor uns hin. Ein kleiner Junge, der neben uns saß, versuchte uns zu trösten, weil er sich das Elend nicht mehr mit ansehen konnte: “Ihr braucht nicht weinen, es geht gut aus.” Da liefen die Tränen noch schneller. Selbst auf dem Rückweg nach Kagel musste ich die Tränen wegwischen. Am nächsten Tag saßen wir wieder in dem Film.
Heute gehe ich höchstens 2 – 3 Mal im Jahr ins Kino. Mein letzter Film war die Stieg-Larsson-Verfolmumg “Verblendung”.